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Thursday, August 20, 2015

Mantras vor dem Essen

Die Hindu Tradition hat nur ein Ziel, das der Selbst-/ Gottesrealisierung, daher wird jede Gelegenheit, sogar die einfachsten und gewöhnlichsten Begebenheiten im täglichen Leben, als Moment angesehen, in dem die höchste Bewusstheit erinnert werden kann. Es gibt ein System, welches Nitya Karma Paddati genannt wird, was bedeutet, tägliche Aufgaben im Sinne von Gebet zu verrichten, durch den ganzen Tag hindurch. Es gibt Mantras dafür, aufzuwachen, Mantras dafür, um Vergebung zu bitten, dass man auf Mutter Erde treten muss, Mantras, wenn man badet, Mantras, um sich an den Guru zu erinnern, Mantras während des Betens, Mantras vor dem Essen, Mantras nach dem Essen, Mantras, wenn das Licht angemacht wird und Mantras, wenn man sich schlafen legt. Manche der einfacheren Mantras können praktiziert werden. Für die meisten Menschen mag es sehr langwierig sein, den ganzen Tag über Mantras zu wiederholen, besonders in der vielbeschäftigten Routine der modernen Zeit.

Es gibt eine andere Tradition in den Hindu-Schriften; nämlich, dass ein Spiritueller Meister von dem Level, welches er innehat, spricht, daher sind die ersten, wenigen Shlokas der Hindu-Schriften die schwierigsten, denn der Autor beginnt bei seinem hohen Bewusstseinszustand und lässt dann seine Gedanken herab auf das Level der Zuhörer.

Der Körper ist der Tempel der Seele und deshalb ist es wichtig, für ihn zu sorgen, so dass dieses Instrument bestehen kann, bis Selbst-Realisierung erlangt ist, jedoch muss man an jedem Punkt danach streben, Gott zu erreichen. Ungleich der bekannten Version des Tischgebets, wie "segne uns und segne dieses Essen und wir danken dir für dieses Essen, Gott" sprachen die alten Hindus von der spirituellen Ebene auf der sie waren. Für sie war es so, dass sie zur allmächtigen göttlichen Mutter beteten, welche die Form der Annapurna annahm, die die gesamte Welt ernährt. Sie ist Parvati, als die Tochter des Himalayas und sie ist Shakti, die Gefährtin von Lord Shiv. Für diese alten spirituellen Meister wäre es eine Beleidigung gewesen, um Essen zu bitten, als sie zur göttlichen Mutter beteten, denn es wäre, wie Süßigkeiten von einem König zu erbetteln. Die Shloks, die man vor dem Essen wiederholt, erhalten die gleiche Vision dieser spirituellen Meister.

Sie waren weise und fragten immer nach dem Besten, ihr Ziel auf das höchste Level der spirituellen Bewusstheit ausgerichtet, also sagten sie: "Göttliche Mutter, wenn du uns segnest, dann bitte segne uns mit nichts geringerem als dem Besten. Das Beste ist, dass auch wir göttlich und perfekt werden, also gib uns als Nahrung diese Qualitäten, die uns göttlich machen werden. Bitte gib uns Perfektion in unseren Taten (sodass unsere Gebete perfektioniert werden), nicht-Anhaftung und göttliches Wissen (Gyan bedeutet im spirituellen Kontext das Wissen der absoluten Wahrheit, oder das Wissen Gottes)." Dieses Shlok wurde aus dem berühmten Shlok, bekannt als das Annapurna Stotram genommen, welches von Shankracharya geschrieben wurde 

1.Annpurne sada purne shankar pran vallabhe |

   Gyan vairagya siddhiartham bhiksham dehi ch parvati | |
  
Du göttliche Mutter Annpurna, die die Energie und Lebenskraft von Lord     Shankar ist |
Bitte, göttliche Mutter Parvati, als Nahrung, gib uns Perfektion unserer Taten,       Nicht-Anhaftung(Begierdelosigkeit) und göttliches Wissen(Gottes-/Selbstrealisierung) | |

Das zweite Shlok, das gewöhnlich vor dem Essen gesagt wird, kommt aus der Bhagvat Gita. Es erhält einen gleichwertigen Bewusstseinszustand. Das Shlok lautet

2.Brahma arpanam, Brahma havir, Brahma agnau, Brahmanah hutam |
   Brahmaiv tein gantavyam, brahma karma samadhina | |
    Bhagvat Gita 4:24

An Brahma wird gegeben, das, welches gegeben wird, ist Brahma, Brahma ist        das Feuer, das verzehrt, der gesamte Prozess ist selbst Brahma |
Brahma allein wird von demjenigen erreicht, der Brahma in all seinen Tätigkeiten sieht und so die Gleichmütigkeit des Geistes erreicht, die ihn in der höchsten Bewusstheit etabliert. | |

(Brahma bedeutet höchstes Bewusstsein, karma ist die Aktion, samadhina Absorption im Zustand des Gleichgewichts, wie im Wort Samadhi. Also bedeutet Brahmakarma samadhina: der, der jede Tat verrichtet, die höchste Bewusstseinsstufe im Geist haltend, wird den Zustand der Versenkung in Brahma erreichen, oder höchste Bewusstheit, die der ursprüngliche Gleichgewichtszustand, genannt Samadhi ist.)

Wiederum sprechen wir vor unseren Mahlzeiten nicht von stofflicher Nahrung, sondern erinnern uns weiterhin an unser Ziel, die höchste Bewusstseinsstufe zu erreichen; uns daher daran zu erinnern, das alles um uns herum Brahma, die immanente Seite Gottes (sarvavyapi) ist, und dass wir letztlich auch die transzendente Seite Gottes (vishvotirrna) realisieren und erreichen müssen. Dieses Shloka fasst tatsächlich Vedanta zusammen. Veda bedeutet Wissen und Anta bedeutet Ende, deshalb beinhaltet Vedanta das höchste Wissen.

     3.Punarapi jananam punarapi maranam punnarapi jannijatthre shayanam |
   Eh samsare bahdustare kripya-aphare pahi murare | |
   Bhaj govindam bhaj govindam govindam bhaj mudhmate | | 21 | |
   | | BhajGovindam (Moh Mudgar) | |

Dieses Shlok wird auch vor dem Essen wiederholt. Es wurde entnommen aus einem Gedicht, dem Moh Mudgar, das gemeinhin als Bhaj Govindam bekannt ist. In einem gleichartigen Fluss aus Bewusstsein erinnern wir uns an den Sinn unseres Lebens. Das Shlok bedeutet:

Wiederholte Geburten, wiederholte Tode, wieder und wieder im Schoße der   Mutter liegen |
Es ist sehr schwierig, die Welt zu überwinden (befreit zu werden), lasse endlose      Gnade auf mich regnen, Murari* | |
Bete zu Gott, bete zu Gott, zu Gott muss man beten, O Stumpfsinniger | |

*(Murari ist ein Name des Gottes Krishna, der ihm gegeben wurde, da er einen Dämon namens Mur getötet hatte. Das Wort Mur heißt umgeben, umfassen, verändern, umkreisen. Deshalb ist Mur hier der Dämon der Ignoranz, Dunkelheit und Anhaftung der Welt, der sich um jeden einfachen Sterblichen wickelt. Murari ist der Töter dieser Dunkelheit, Ignoranz und falscher Anhaftung.)

Das Gedicht Bhaj Govindam wurde vom Shankracharya geschrieben. Die Geschichte sagt, dass der Shankracharya auf den Straßen Benares' mit seinen 14 Anhängern unterwegs war und einen Pandit sah, der für sich die Regeln der Sanskrit-Grammatik wiederholte. Als er diese Verschwendung an Mühe und Energie sah, rief der große Meister ein Gedicht aus, das als das Moh Mudgar bekannt wurde und gemeinhin Bhaj Govindam genannt wird. Moh bedeutet Illusion, aus Anhaftung an die Welt geboren, oder die negative Eigenschaft des Geistes, weltliche Objekte, Anhaftungen und Beziehungen nicht loslassen zu können; Mudgar heißt Keule (eine schwere Waffe wie ein Hammer, nur rund und als Schlagwaffe gegen den Gegner anzuwenden), daher heißt Moh Mudgar die Waffe, die Anhaftung und Täuschung zerstört. Das Gedicht hat 31 Stanzas.

Der Zweck, alle drei oder eines dieser oben genannten Shloks zu wiederholen, ist es, ein hohes Level an Bewusstsein zu erhalten, während wir essen, um uns immer wieder an den Sinn unseres Lebens zu erinnern, sowie an unsere Hingabe, Erleuchtung und Befreiung zu erlangen.



REIHENFOLGE DIE MANTRAS ZU WIEDERHOLEN:

Immer, wenn jemand Mantrayoga praktiziert, muss zuerst dem Guru gedacht werden, dann Ganesh, dann Bhairav, dann Lord Shiv und zuletz der göttlichen Mutter.

Die Mantras sind in dieser Reihenfolge:

Jai Gurudev
Jai Ganesh
Jai Batuk Bhairav
Jai Shiv
Jai Ma (und die Form- Durga, Chamunda, Kali, Maha Tripursundari etc.)
(Wenn du Mantrainitiation erhalten hast, solltest du dein Mantra mindestens dreimal wiederholen)

     1. Annpurne sada purne shankar pran vallabhe |
    Gyan vairagya siddhiartham bhiksham dehi ch parvati | |

      2. Brahma arpanam, Brahma havir, Brahma agnau, Brahmanah hutam |
   Brahmaiv tein gantavyam, brahma karma samadhina | |
    Bhagvad Gita 4:24

      3. Punarapi jananam punarapi maranam punnarapi jannijatthre shayanam |
   Eh samsare bahdustare kripya-aphare pahi murare | |
   Bhaj govindam bhaj govindam bhaj govindam bhaj mudhmate | | 21 | |
   | | BhajGovindam (Moh Mudgar) | |


(Man mag ein beliebiges oder alle drei dieser Shlokas wiederholen.)

Dann erinnert man an die Prana vayus, wie folgt:

Namah Apana Vayu
Namah Vyana Vayu
Namah Samana Vayu
Namah Prana Vayu
Namah Udana Vayu

Diejenigen, die wissen, wie man das Kamadhenu mudra formt, mögen dies tun.

Gewöhnlich nimmt die Person ein wenig Wasser in die Hand, während sie die Mantras spricht, und spritzt dieses im Uhrzeigersinn um den Teller herum. Dies geschieht, um das Essen mit der Kraft der Mantras zu segnen.

 OM TAT SAT


Sunday, July 26, 2015

Bhagavad Gita Erklärungen in Berlin

Jeden Tag bis Dienstag den 04.08.2015
In Englisch mit deutscher Übersetzung

English:
Daily Lectures of Bhagavad Gita with Swami Muktanand Puri (in English with German translation)

About the Bhagavad Gita (Sanskrit):
English: The Gita is set in a narrative framework of a dialogue between Pandava prince Arjuna and his guide Lord Krishna. Facing the duty as a warrior to fight the Dharma Yudhha or righteous war between Pandavas and Kauravas, Arjuna is counselled by Krishna to fulfill his Kshatriya (warrior) duty as a warrior and establishing Dharma, which came to be known as the Kurukshetra War.
Dharma is a key concept with multiple meanings in the Indian religions, it includes duties, rights, laws, conduct, virtues karma and "the right way of living". The antonym of dharma is adharma.
The setting of the Gita in a battlefield has been interpreted as an allegory for the ethical and moral struggles of the human life. The Bhagavad Gita 's call for selfless action and inspired many leaders of the Indian independence movement including Mahatma Gandhi. Gandhi referred to the Gita as his "spiritual dictionary".

Deutsch:
Die Bhagavad Gita (Sanskrit: Lied, Gedicht, bhagavan – der Erhabene, Gott; „der Gesang des Erhabenen“) ist eine der zentralen Schriften des Hinduismus und hat die Form eines spirituellen Gedichts. Der vermutlich zwischen dem fünften und dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert entstandene Text ist eine Zusammenführung mehrerer verschiedener Denkschulen des damaligen Indien auf Grundlage der 5 Veden, des orthodoxen Brahmanismus, des Yoga u. a. m., steht aber den Upanishaden gedanklich am nächsten. Hindus betrachten die Lehren der Bhagavad-Gita traditionell als Quintessenz der Veden. Jedoch steht in den meisten Büchern nur die Sankya-Philosophy erklärt. Was uns die Bhagavad-Gita wirklich zu verstehen gibt, möchte uns Swami Muktanand Puri lehren.

Time: (every day) - komm wann immer du dich danach fühlst!
24.07.2015 - 04.08.2015
7:30pm to 9:00pm
1.5 hours lectures (you can join whenever you like to)

Place / Ort: - depending on the weather (Location map)


• sunny/ sonnig: Tempelhofer field (old Airport), Kreuzberg, Columbiadamm Gate near the Mosk, 
 will meet at the Tempelhofer field, almost in the middle of the airport field, near to the old plane.
Please bring a blanket, yoga mat or something else to sit on.

• in the case of rain, we will meet at Manteuffelstr.38, 12103 Berlin (Makkoth, Härtwig)

Dakshina (Spendengabe für den Swami)
Donation suggested between 5-12€ (Spende, da ein Swami (Mönch) kein Geld verdient und dennoch reist und lebt :o)

How to get there:
Puplic transport / Öffentliche Verkehrsmittel:

Entrance Tempelhof: S-/U-Bahnstation Tempelhof, Bus 186, Bus 140
Entrance Kreuzberg:, Columbiadamm, near Hasenheidepark, Ortsteil Kreuzberg, Neukölln, Bus 104 Sommerbad

Underground U7/U8: Station Hasenheide - Exit/Ausgang Richtung Hasenheide straight on to (immer gerade aus) bis Tempelhofer field

Contact: Stefanie: 0178 32 44 987 oder Swami Muktanand Puri: 0157 859 875
stefanie.haertwig@gmail.com