Tuesday, August 18, 2015

Hinduismus


1. Warum von Hinduismus sprechen?

Viele Menschen praktizieren heutzutage Yoga und viele andere Disziplinen indischen Ursprungs, die unter dem Banner des Hinduismus stehen. Die einzige Farbe, die Yoga hat, ist die der wahren Spiritualität. In gleicher Weise haben viele andere Hindu – Praktiken eine spirituelle und wissenschaftliche Basis, nicht die der grobstofflichen Wissenschaft, sondern die der feinstofflichen. Da Hinduismus aus einer Reihe von uralten spirituellen Praktiken besteht, die aus der Zeit vor Datierungen stammen, ist es wichtig, die Menschen zu verstehen, die die großen Pioniere und Basis dieser spirituellen Praktiken waren. Es ist ebenso wichtig, die Gegend, den Disziplinskodex, den Hintergrund, die sozialen Werte, Praktiken und Kultur der Vedischen Gesellschaft zu verstehen. All dies wird unter dem Schirm Hinduismus zusammengebracht.

Wenn der moderne Mensch heute in den spirituellen Praktiken, die die Vorfahren als Erbe für die moderne Menschheit zurückgelassen haben, erfolgreich sein will, dann ist das Studieren der Umstände und tieferen Einsichten in alte spirituelle Praktiken, die zu diesem enormen spirituellen Wachstum führen, von allergrößter Wichtigkeit, für alle solche spirituellen Sucher. Dies macht das Studieren des Hinduismus wichtig.

Hinduismus hat eine große Anzahl an spirituellen Praktiken und Philosophien, die sich über Jahrhunderte entwickelt haben, daher hat Hinduismus eine gut geformte Basis, die es dem spirituellen Sucher leicht macht, zu Antworten seiner spirituellen Suche zu kommen, ohne Zeit, Aufwand und Geld an unbewiesene Methoden zu verlieren. Im Hinduismus hat ein großer Körper an spirituellen Praktiken die Prüfung der Zeit überstanden und ist deshalb verlässlich.


2. Was ist Hinduismus?

Hinduismus ist ein genereller Begriff für den Korb an verschiedenen spirituellen Praktiken und Philosophien. Weit gefasst bedeckt der Begriff "Hinduismus" die gesamte Vedische Kultur – ihre Philosophien und Praktiken. Der Begriff bedeckt Philosophien wie die Yoga Sutras, Samkhya, Purva Mimamsa, Vedanta, Nyaya, Vaisheshika, Kashmir Shaivism, Shakta sowie die verschiedenen Formen des Yoga, inklusive Bhakti, Gyan, Kundalini, Laya, Dhyan, Raja, Mantra und Ashtanga. Er schließt auch mit ein alle tantrischen Praktiken wie Göttinnen (Devi) – Anbetung, Praktiken, die dem Lord Shiva gewidmet sind, Vaishnav Praktiken, die dem Lord Ram, Dattatreya, Hanuman und anderen gewidmet sind; sowie Brahm – Anbetung, Advaita Vedanta und so fort.

Wenn man in Indien herumreiste, würden einem viele variierende Traditionen, Tempel, Götter und Göttinnen, Bräuche, Praktiken und Subkulturen begegnen, im Grunde genommen wegen der langen Zeitperiode, in der sich der Hinduismus über die Jahrhunderte entwickelt hat, aus alter Zeit bis heute. Diese Unterschiede beruhen auf den Herangehensweisen, Formen der Anbetung, spirituellen Praktiken, Göttern, Traditionen und geografischen Orten.

Hinduismus ist ein weites System, das zahlreiche Traditionen beinhaltet, die sich manchmal sogar gegenüber stehen können; dennoch ist der Hindu diesem gegenüber tolerant, da er Andere und ihre Traditionen respektiert, und Philosophien und spirituelle Systeme als einander ergänzend versteht, und nicht als konkurrierend.

Wenn man versuchen würde, Hinduismus zu definieren, wäre das extrem schwierig, da Indien ein großes Laboratorium der Spiritualität ist, wo alle Glaubensrichtungen, auch die nicht-indischen Ursprungs, koexistieren. Oft hat jeder Glaube, spirituelle Gruppe, spirituelle Gemeinschaft oder sampradaya liberal von einander ausgeliehen. Vielleicht ist die beste Definition des Hinduismus, dass "Hinduismus die Suche nach Spiritualität" ist.


3. Ist Hinduismus eine Religion?

Hinduismus bedeutet Dharma. Es ist nicht der gleiche Begriff wie Religion. Hindus benennen Hinduismus als das Sanatan Dharma.

Der Begriff "Dharma": Genau genommen gibt es im Sanskrit, Hindi und den meisten indischen Sprachen kein Äquivalent für das Wort Religion. Der Begriff, den Hindus verwenden, ist Dharma. Sanatan Dharma. Sanatan bedeutet ohne Anfang oder Ende. Der Begriff Dharma meint die natürlich innewohnenden Qualitäten wie zum Beispiel:  Es ist das Dharma des Feuers, zu brennen. Wenn Feuer nicht brennt, ist es kein Feuer. Wenn Eis nicht kalt ist, ist es kein Eis. Es gibt keinen Begriff aus dem Englischen oder einer anderen Fremdsprache, der dem Wort Dharma äquivalent ist. Es wird am besten definiert als natürliche Qualität/ Neigung/ Aufgabe. Dharma kann auch so verstanden werden, als das Leben, die richtigen oder rechtschaffenen Taten und Aufgaben erfüllend, zu leben.

Die Natur wird von Naturgesetzen regiert. Diese wurden Rta genannt. Zum Beispiel wird das, was einmal geboren wurde, eines Tages sterben. Oder der Fluss wird abwärts fließen, oder etwas, das von einer Höhe losgelassen wurde, wird zur Erde fallen. Die Vedische Philosophie folgte dem Rta. Später wurden diese Rta ein Teil und die Basis des Dharma.


4. Wie und wann entstand der Begriff 'Hindu' und 'Indien'?

Ursprung des Begriffs 'Hindu' und 'Indien': Der Begriff "Hindu" in geschriebener Schrift wurde von den Arabern 1323 C.E. verwendet, um vom Islam und Islamischem Glauben zu unterscheiden. Sie nannten Indien auch "Al-Hind". Der Begriff kam vom Fluss Indus. Später nutzten die Briten gewöhnlich den Begriff Hindu, und der Name Indien wurde auch von den Briten popularisiert. Der Name Indiens ist auch an den Fluss Indus angelehnt.


5. Was ist der wahre Name Indiens?

Der Name 'Bharat': Der eigentliche Name Indiens ist Bharat. Bha bedeutet Wissen und Rati ist die Frau des Gottes Kamdev, des Gottes der Liebe, also bedeutet Rati Liebende. Daher bedeutet Bharat Liebende des Wissens.

Es gibt auch eine Geschichte hinter dem Namen Bharat. Es gab einmal einen König mit dem Namen Bharat, vor mehr als 5000 Jahren. Der König war mächtig, gütig und gerecht. Es wird angenommen, dass er über große Gebiete des heutigen Indiens geherrscht hat, vielleicht sogar über das gesamte Land. Die meisten Könige hatten ihm Gehorsam geschworen. Er hatte acht Söhne, aber als seine Zeit gekommen war, einen Nachfolger zu erwählen, wählte er Bhumanu, den Sohn eines Mannes mit Namen Bhardwaj, der ein einfacher Bürger war (es ist unklar, ob Bhumanu der Sohn vom Heiligen Bhardwaj war, er käme jedoch im Wesentlichen aus gleicher Herkunft). Diese Tat unterschied ihn von seinen Vorgängern, da er Eignung und Qualifizierung den Vorrang vor Blutverwandschaft gab. In der alten Hindugesellschaft waren die Regeln gut definiert, und die Bürger hatten Rechte, vielleicht war es auf viele Weise besser als in moderner Zeit.


6. Wer ist der Gründer des Hinduismus?

Gründer des Hinduismus: Es gibt keinen Gründer des Hinduismus. Es gibt weder eine alleinstehende Philosophie, noch eine alleinige religiöse Struktur (wie die Kirche). Es ist die älteste Religion der Welt, die der Zeitrechnung vorausgeht. Hinduismus kann sehr simpel als der Spirituelle Pfad benannt werden.
Hinduismus ist keine Religion, sondern ein Korb an Philosophien und Methoden der Anbetung, welche keinen zentralen Gründer hat wie etwa Christus im Christentum, Buddha im Buddhismus oder Mohammed im Islam. Jedoch weit gefasst hat der Hinduismus eine Anzahl an Glaubensvorstellungen, die allen Philosophien gemein sind. Das Ziel des Hinduismus ist es, das Göttliche zu erfahren, göttlich zu werden. Es gibt viele verschiedene Wege, zahlreiche Lehrer und viele Götter, die alle zu der selben, finalen unterliegend universellen Wahrheit führen. Hinduismus hat die Struktur eines Hydrakopfes.


7. Wer waren die Begründer der Quelle des Hinduismus und der Vedischen Kultur?

Rishis, die Seher des Hinduismus: Die originalen, weisen Männer, die die Quelle des hinduistischen spirituellen Systems waren, wurden Rishis genannt. Der Begriff "Ri" bedeutet zu verlassen, ausgeben oder auswerfen, wie den Atem, "sh" bedeutet Gelb und "e" bedeutet Wissen. Die Farbe Gelb zeigt Vairagya oder Nicht-Anhaftung an, und damit Befreiung. Also heißt Rishi "Die, die das Wissen unterrichten, welches die Macht zur Befreiung beinhaltet (des Kreislaufes von Geburt und Tod).

Anderen Berichten zu Folge kommt das Wort "Rishi" aus dem Wort 'Drish', welches Sehen bedeutet. Die Rishis wurden als die 'Dhrishtas' oder Seher von Mantras angesehen, das heißt, sie sahen diese Mantras oder richas während ihrer Meditation. Diese wurden ihnen enthüllt, nicht von ihnen kreiert. So sind die Vedischen richas Enthüllungen (ein vedisches Mantra wird richa genannt).


8. Wer ist der Spirituelle Leiter der Hindus?

Spiritueller Leiter des Hinduismus: Hinduismus hat keinen einzelnen spirituellen Anführer wie etwa der Papst im Christentum oder der Shahi Imam im Islam. Hinduismus hat zahlreiche verschiedene spirituelle Leiter, von denen die Shankracharyas und MahaMandaleshwars besonders sind. Wie auch immer, von der Tradition abhängig, gibt es viele andere spirituelle Leiter, wie der Nimbarkacharya der Nimbark Sampradaya, der Ramanujacharya der Ramanuja Sampradaya und die anderen Acharyas, die die Leitung ihrer eigenen Sampradayas oder spiritueller Schulen und Bewegungen bilden.


9. Was ist das Konzept Gottes im Hinduismus?

Konzept Gottes: Die Vorstellungen über Gott sind ebenfalls variable. Gott ist für den Hindu die Erforschung der Wahrheit. Mit verschiedenen Namen in verschiedenen Philosophien benannt. Purusha im Samkhya, Brahman im Advaita, Atman in der Bhagvad Gita und Advaita, Shiva im Kashmir Shaivism, Kaivalyam in den Yoga Sutren, Satchidanand in den Upanischaden, Shunya in den Vigyan Bhairaven, Shakti in der Shakta Philosophie, und so weiter. Jedoch glauben Hindus, dass es eine Wahrheit gibt, die mit vielen Namen benannt wird. Für den Hindu ist Gott sowohl transzendent als auch immanent. Unmanifestiert wie auch manifest.

Gott im Hinduismus wird am besten verstanden als der Geist, der uns allen innewohnt, der in Wirklichkeit eins ist, jedoch verschieden erscheint. Wie das Paramatman, das immerwährende, alles durchdringende spirituelle Selbst, und wie das Jivatman, das spirituelle Selbst in jedem Wesen.

Im Hindusystem gibt es beinahme 33 Millionen Götter, jedoch glauben Hindus, dass es nur einen vereinigten Gott gibt (über die Zeit hinweg sind manche Formen und Praktiken und die Geschichte und Wichtigkeit gewisser Formen verloren gegangen. Manche andere Formen haben teilweise Texte und Gebete, die heutzutage erhältlich sind, jedoch sind die meisten Formen und verwandten Traditionen erhalten. Viele der Formen und Praktiken sind beschränkt und der gemeinen Bevölkerung nicht zugänglich). Diese 33 Millionen Götter werden wie die verschiedenen Energieformen des einen Göttlichen betrachtet. Jeder von ihnen ist eine Tür zur Perfektion. Abhängig von der Persönlichkeit, von Qualitäten, vergangenen Eindrücken und Neigungen des Geistes jedes Individuums, wird jedes Individuum die Form der Göttlichkeit wählen die ihn am meisten anzieht. Jedoch endet jeder Weg am Ende zu der selben, finalen Wahrheit.


10. Was ist die Einstellung eines Hindu zu anderen Glaubensrichtungen?

Einstellung der Hindus: Die Hindus betrachten andere Philosophien und Glauben als einander ergänzend und nicht wettstreitend. Das Ziel eines jeden Hindu ist es, Gott selbst zu erfahren.

Hindus glauben, dass nicht eine Person, Glauben oder System der einzige Weg ist, zu Gott oder Befreiung oder Errettung. Ein Hindu glaubt, dass ein System zu mir passt und dass ich an dieses glaube, dass aber ein anderes System dir passen mag und dass du frei bist, dem Mittel oder Weg deiner Wahl zu folgen.
Hinduismus ist eine alte, tolerante Philosophie. Man ist frei zu wählen, zu experimentieren, zu verstehen und entwickeln. Jedoch hat es einen strengen Kodex der Praxis.


11. Was hebt Hinduismus her vor, oder was ist die Einzigartigkeit des Hindusystems?

Einzigartigkeit des Hindusystems: Das Hindusystem ist auf der Welt aus zwei Gründen einzigartig.

Erstens ist es ein System, welches seine Philosophien über 5000 Jahre evolviert hat. Es besteht aus vielen Philosophien und Methoden der Anbetung. Indien oder Bharat kann leicht als das spirituelle Labor der Welt bezeichnet werden, wo jedermann frei war und frei ist, mit verschiedenen Herangehensweisen zu experimentieren, das Göttliche zu erreichen oder göttlich zu werden. All diese Philosophien und Herangehensweisen, die ein enormer spiritueller Schatz sind, sind wahrhaftig ein Welterbe, welches ein Geschenk an die gesamte Welt ist.

Zweitens ist Bharat oder Indien eins der wenigen geografischen Gebiete, oder vielleicht das einzige Gebiet auf der Welt, wo verschiedene Systeme der Anbetung, Methoden der Übertragung von spiritueller Energie, in ihrer reinen Form erhalten wurden, in einer ungebrochenen uralten Tradition durch über fünftausend Jahre hindurch. Nicht wie in anderen Traditionen, wo viele der Glieder verloren gingen und so die Tradition gebrochen war


12. Was sind die Voraussetzungen, um Hinduismus zu studieren?


Die Hauptvoraussetzungen sind ein offener Geist und das Verlangen, die eigene Persönlichkeit zu transformieren. Obendrein, ein waches Intellekt und ein Verlangen nach Gott oder höherer Bewusstheit. Man muss essenzieller Weise unter einem spirituellen Meister oder Guru lernen. Ebenfalls notwendig sind Hingabe an den Guru, Disziplin, regelmäßige Praxis, Lehre der Schriften, gute Eigenschaften zu entwickeln, gute Gesellschaft und die Gewohnheit der Selbstbeobachtung.

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